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Meerforellen im September fangen – Noch Sommer oder schon Herbst?

Stellen, Köder und Techniken für Meerforellen im September – warum warmes Wasser kein Ausschlusskriterium ist, plus Reviertipps und Schonzeit-Start.

von Finn Marten Aktualisiert am
Meerforellen im September fangen – Noch Sommer oder schon Herbst?
Noch Sommerlicht, aber die ersten Bäume färben sich: Im September verschiebt sich die Aktivität der Meerforellen zurück in den Tag.

Eine Meerforelle im September zu fangen gilt als undankbar: Das Wasser ist nach dem Sommer noch warm, die Fische gelten als satt und wählerisch, und viele Angler warten lieber auf den ersten richtigen Herbststurm im Oktober. Tatsächlich ist der September aber einer der am meisten unterschätzten Monate an der Küste – mit langen, angenehmen Touren, mehr sichtbarem Fisch als im restlichen Jahr und echten Chancen auf große Forellen. Wer die Biologie im September versteht, fängt auch bei warmem Wasser zuverlässig. In diesem Beitrag erfährst du, welche Kleinigkeiten den Unterschied zwischen Frust und Begeisterung beim Meerforellenangeln im September machen.

Meerforellen im September ticken anders

Warmes Wasser – Und sonst?

Länger hell, wärmer, ruhiger. Unter Wasser herrschen im September noch sommerliche Wassertemperaturen, während sich oben bereits der Herbst ankündigt. Das wirkt sich natürlich auch auf das Verhalten der Forellen aus. Es gibt einige wichtige Faktoren, mit denen du im September rechnen musst.

Alles läuft noch auf Hochtouren.

Kleine Fische und Wirbellose sind wechselwarm. Bei den Wassertemperaturen, die in der Ostsee im September oft noch zwischen 15 und 18 Grad liegen, sind sie so schnell und wachsam wie sonst nie im Jahr. Für die Meerforelle heißt das: Jede Jagd kostet Energie und geht häufig daneben. Statt stundenlang zu patrouillieren, fressen die Fische in kurzen, heftigen Schüben – und liegen dazwischen fast regungslos. Wer im September eine halbe Stunde ohne Kontakt abfischt, hat deshalb nicht zwangsläufig den falschen Spot erwischt, sondern oft nur die falsche halbe Stunde.

Das Wasser ist glasklar.

Nach ruhigen Sommerwochen hat sich alles Schwebende gesetzt: Wer im September in der Ostsee schnorchelt, blickt oft mehrere Meter weit. Für die Meerforellen ist das ein Vorteil – für dich ein Problem. Die Fische jagen jetzt fast ausschließlich auf Sicht und erkennen jeden Fehler: zu dickes Vorfach, zu grelles Dekor, einen Schatten auf dem Wasser, das Knirschen unter den Watschuhen. Im klaren Septemberwasser entscheidet die Präsentation deutlich häufiger als die Köderfarbe.

Der Tisch ist noch reich gedeckt.

Der Fischnachwuchs des Jahres ist herangewachsen, Tobisschwärme stehen über den Sandflächen, Garnelen und Tangläufer sitzen dicht an dicht im Kraut. Anders als im Spätherbst muss die Meerforelle im September nicht suchen – sie muss nur zugreifen. Genau das ist die schlechte Nachricht für dich: Dein Köder konkurriert mit Tausenden echten Beutetieren. Im September fangen unauffällige Naturimitate deshalb meist deutlich besser als schrille Reizköder.

Die Deckung steht auf Jahreshöchststand.

Blasentang und Seegras haben im September ihre größte Ausdehnung erreicht. Beutetiere verteilen sich dadurch flächig, statt sich an einzelnen Strukturen zu sammeln – die Forellen patrouillieren entsprechend die Kanten der Krautfelder, statt an einem einzelnen Findling zu stehen. Für dich bedeutet das mehr Hänger, aber auch klarere Ziele – wobei die Uhrzeit mitentscheidet. Früh am Morgen jagen die Forellen auch über den hellen Sandlücken zwischen den Krautfeldern. Sobald die Sonne das Flachwasser aufheizt, verlassen sie diese Sandwannen: Dort steht im September das wärmste und sauerstoffärmste Wasser des ganzen Reviers. Tagsüber suchst du sie an der äußeren Krautkante zum tiefen Wasser und in den Strömungsrinnen dahinter.

Nicht die Temperatur entscheidet, sondern der Sauerstoff.

Die 16-Grad-Grenze wird oft als harte Schwelle gelesen – so funktioniert sie aber nicht. Warmes Wasser ist vor allem deshalb ein Problem, weil es weniger Sauerstoff binden kann. Wo dieser Sauerstoff trotzdem nachgeliefert wird, fressen Meerforellen auch bei 18 bis 20 Grad ganz normal weiter, und zwar mitten am Tag. Erfahrene Küstenangler berichten genau davon: gute Fänge bei praller Mittagssonne und 18 bis 21 Grad – aber eben an Riffspitzen, Strömungskanten und in auflandigem Wind. Nicht die Kühle allein zieht die Fische an, sondern durchmischtes, sauerstoffreiches Wasser. Umgekehrt kannst du eine aufgeheizte, spiegelglatte Bucht bei Sonne getrost auslassen – dort stimmt beides nicht. Mehr dazu im Artikel zum Sauerstoffgehalt beim Angeln.

Wie wirkt sich das auf die Meerforellen aus?

Der Körper der Meerforelle funktioniert bei Wassertemperaturen zwischen 6 und 16 Grad besonders effizient. Der September liegt mit 15 bis 18 Grad an der Oberfläche genau am oberen Rand – in flachen, windgeschützten Buchten stehen an sonnigen Tagen auch 19 oder 20 Grad im Wasser. Das ist kein Ausschlusskriterium, verschiebt aber alles: Die Fische meiden die aufgeheizten Flachwasserzonen über Mittag und halten sich dort auf, wo kühleres, gut durchmischtes Wasser antritt – an Strömungskanten, über tieferen Rinnen und an Landzungen. Wie stark die Temperatur die Fressfenster steuert, haben wir im Artikel zu Wassertemperatur und Fischaktivität ausführlich beschrieben.

Gleichzeitig kippt im September der Tagesrhythmus. Im Juli und August lohnt sich an vielen Küsten fast nur die Nacht; ab September verlagert sich die Aktivität zurück in den Tag. In der Praxis heißt das: früher Morgen bis etwa neun Uhr, dann eine lange Mittagspause, ab dem späten Nachmittag wieder. Genau diese Umstellung übersehen viele, die ihre Sommertaktik einfach weiterfahren – und dann nachts an einem Strand stehen, an dem tagsüber gefangen wird. Die generellen Muster dahinter findest du unter Tageszeit und Dämmerung.

Dazu kommt der Lebenszyklus. Im September teilt sich der Bestand: Ein Teil der Fische beginnt mit der Laichwanderung, färbt sich dunkel und zieht küstennah Richtung Flussmündungen. Blanke Fische – heranwachsende Forellen und Überspringer, die in diesem Jahr nicht laichen – bleiben dagegen an der Küste und fressen weiter. Die klassischen Grönländer, also die halbwüchsigen Trupps, die in Förden und Buchten einfallen, sind dagegen ein Thema für Spätherbst und Winter und im September an der Küste noch nicht unterwegs. Mit Absteigern, also Forellen, die vom Laichgeschäft zurückkehren, musst du im September noch nicht rechnen. Für dich heißt das vor allem eines: Je näher du an einem Aufstiegsgewässer angelst, desto höher der Anteil gefärbter Fische.

Braune Fische fressen nicht mehr – sie verteidigen

Der Unterschied zwischen blanken und gefärbten Fischen ist im September nicht nur eine Frage der Optik, sondern der Biologie. Mit der Hormonumstellung auf das Laichgeschäft stellen aufsteigende Fische die aktive Nahrungsaufnahme weitgehend ein: Die Verdauung fährt herunter, der Magen bleibt leer. Wenn ein brauner Fisch im September trotzdem einsteigt, ist das in aller Regel kein Fressbiss, sondern ein Aggressions- oder Revierbiss – ausgelöst durch einen Reiz, nicht durch Hunger.

Für die Köderwahl folgt daraus eine klare Zweiteilung:

Blanke FischeGefärbte Fische (Aufsteiger)
Motiv für den BissHunger, aktive JagdAggression, Revierverteidigung
Was ziehtkleine Naturimitate: Tobis, Garnele, Tangläufer, gedeckte FarbenReizfarben: Pink, Fluo-Rot, UV, grelle Kontraste

Wer im September gezielt blanke Fische sucht, fischt also bewusst unauffällig und lässt die Schockfarben in der Blinkerbox. Das ist nicht nur fängiger, es senkt ganz nebenbei auch die Zahl der Fehlbisse an Laichfischen, die ohnehin zurückmüssen.

Wenn du vor lauter Braunen, Überspringern und Blanken den Überblick verlierst, schau dir doch unseren Meerforellen-Guide an.

Watangler im Kurzarmhemd an einem steinigen Ostseeufer im September

September heißt oft noch T-Shirt-Wetter. Was über Wasser nach Sommerurlaub aussieht, ist unter Wasser längst der Beginn der Herbstsaison.

Wie Meerforellen im September finden?

Wo keine Meerforellen sind, wirst du auch keine Meerforellen fangen. Im Gegensatz zum Spätherbst kommt es im September weniger auf die Tiefe an sich an als auf den Temperaturunterschied: Interessant ist jede Stelle, an der kühleres Wasser ans Ufer kommt.

Vorher musst du allerdings klären, wo du überhaupt angeln darfst – und das ist im September verwickelter als in jedem anderen Monat.

In Mecklenburg-Vorpommern beginnt am 15. September die SchonzeitSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen. für Meerforellen, die bis Mitte Dezember läuft. Bis zum 14. September sind Rügen, Darß und Co. offen, danach nicht mehr.

In Schleswig-Holstein beginnt die SchonzeitSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen. für gefärbte Meerforellen erst am 1. Oktober. Zu glauben, der September sei in Schleswig-Holstein ein Freifahrtschein, ist allerdings ein gefährlicher Irrtum – denn unabhängig von der SchonzeitSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen. gelten an praktisch allen Fluss- und Bachmündungen Mündungsschonbezirke mit absolutem Angelverbot. Ein Teil davon gilt ganzjährig, andere werden zum Herbst hin erweitert und treten je nach Gewässer Anfang oder Mitte September in Kraft; die Radien reichen von rund 200 bis über 500 Meter. Betroffen sind ausgerechnet die Stellen, die jetzt am verlockendsten aussehen, denn vor den Mündungen sammeln sich die Aufsteiger. Wer dort steht, bewegt sich nicht in einer Grauzone, sondern begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Praktisch heißt das: vor jeder Tour nicht nur die SchonzeitSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen. prüfen, sondern die aktuellen SchonbezirkeSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen. des Zielreviers – die stehen in der jeweiligen Landesverordnung und ändern sich gelegentlich. Infos beim Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (öffnet in neuem Tab) und beim Landesfischereigesetz Schleswig-Holstein (öffnet in neuem Tab).

Ab Mitte September kommen die ersten gefärbten Fische

Auch dort, wo der ganze September offen ist, tauchen ab der Monatsmitte die ersten laichreifen Forellen im Fang auf – teils etliche Kilometer vom nächsten Aufstiegsgewässer entfernt. Fische im Laichkleid gehören unbeschadet zurück ins Wasser. Deshalb gilt im September dasselbe wie im Spätherbst: große Einzelhaken ohne Widerhaken, gummierter Kescher, kurze Drills, nasse Hände. Bei 17 Grad Wassertemperatur setzt langes Fotografieren den Fisch deutlich stärker unter Stress als im kalten November.

Deutsche Reviere im SeptemberBesonderheiten & Tipps
Lindhöft & NoerTiefes Wasser dicht unter Land, Klassiker für Anfang September
DazendorfRiffkante mit schnellem Tiefenwechsel, hält auch bei Sonne Fisch
FehmarnBei jeder Windrichtung eine befischbare Seite, viele Strömungskanten
Hohwachter BuchtWeite Sandaalgründe, in der ersten Stunde nach Sonnenaufgang am besten
Rügen & DarßNur bis zum 14. September – danach SchonzeitSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen. in MV

Auch in Dänemark ist der September ein starker Monat. Eine allgemeine Herbstschonzeit gibt es dort nicht, gefärbte Fische sind aber tabu, und rund um die Mündungen der Auen gelten ausgedehnte SchonbezirkeSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen. – gerade im September ein Thema. Details, wo und wie genau geangelt werden darf, findest du hier (öffnet in neuem Tab).

Dänische Reviere im SeptemberBesonderheiten & Tipps
Kleiner Belt & AlsKräftige Strömung bringt kühleres Wasser bis unter Land
Ærø / Dänische SüdseeTiefe Kanten mit Strom, funktionieren auch bei 18 Grad und Sonne
Fünen (Helnæs, Sønderby Klint)Viele Spots auf engem Raum, bei jedem Wind eine Alternative
SamsøHier startet die Herbstfischerei früh: morgens bis neun, nachmittags ab vier

Eine Faustregel hilft bei der Auswahl: Je flacher und abgeschlossener ein Revier ist, desto später im Jahr wird es gut. Je mehr Strömung und Tiefe direkt an der Küste anliegen, desto früher – und desto eher lohnt es sich schon jetzt.

Genauso wichtig ist, welche Reviere du im September meidest. Der Monat ist extrem regional: Reviere, die im Spätherbst zu den besten überhaupt gehören – Bornholm ist das beste Beispiel – laufen in der ersten Septemberhälfte oft überhaupt nicht, weil ihnen die kühlen, strömungsreichen Bereiche unter Land fehlen. Einheimische lassen dort im Spätsommer die Meerforellenrute oft komplett im Keller.

Gerade in Dänemark schlägt außerdem die Strömung die Uhrzeit. Im Kleinen Belt und rund um die Inseln der Dänischen Südsee entscheidet weniger der Sonnenstand als die Frage, ob das Wasser läuft. Steht die Strömung – beim Kentern der Tide oder bei völliger Windstille –, passiert oft gar nichts. Setzt sie wieder ein, fressen die Fische binnen Minuten, notfalls auch bei strahlender Mittagssonne. An solchen Spots planst du den Tag nach der Strömung, nicht nach der Dämmerung.

Wenn du ein passendes Revier gefunden hast, kommt der vielleicht wichtigste Teil: Du musst die Stellen ausmachen, an denen die Meerforellen entlangziehen. Im September stehen die Fische seltener verteilt über dem offenen Flachwasser und dafür deutlich enger an Strukturen, die Strömung erzeugen oder Tiefe ans Ufer bringen. Hier sind sieben Tipps, mit denen du garantiert die richtigen Spots im September ausmachst.

Holzbuhnen an der Ostseeküste
Seekarte mit Rinnenstruktur an der Ostsee
Findlinge und Steine am Ostseeufer
Leopardengrund – fleckiger Meeresboden aus Sand, Seegras und Steinen
Brechende Wellen an der Ostseeküste
Küstenstruktur unter Wasser auf Seekarte
Einsamer Angler an abgelegenem Ostseeufer

Holzbuhnen markieren Strömungskanten

Holzbuhnen sollen ufernahe Strömungen brechen, was sie automatisch zum Kennzeichen interessanter Spots macht. Sie schaffen ausgeprägte Strömungskanten und ruhige Zonen direkt daneben. Im September, wenn oft tagelang kaum Wind geht, ist diese erzwungene Bewegung manchmal die einzige Strömung weit und breit – und genau dort steht besser durchmischtes Wasser als im aufgeheizten Flachwasser nebenan.

Hornhechte sind im September kein Beifang, sondern ein Hinweis

Wer im September an der Küste angelt, hakt fast zwangsläufig Hornhechte. Ärgern muss dich das nicht, im Gegenteil: Hornhechte und Meerforellen jagen dieselbe Beute an denselben Stellen. Wo im September regelmäßig ein Schnabel am Blinker hängt, stimmen Nahrungsangebot und Untergrund – der Spot ist damit indirekt geprüft. Erfahrene Küstenangler lesen den Hornhecht deshalb als Indikator für ein intaktes Meerforellenrevier und nicht als Plage.

Dazu kommt ein zweiter Punkt: Anders als die dünnen Laichfische im Mai sind die Herbst-Hornhechte vollgefressen, schwer und erstaunlich wählerisch. Wer sie im September gezielt überlistet, hat meist auch verstanden, warum die Meerforellen an dieser Stelle stehen.

Was sind die besten Meerforellenköder im September?

Die Vorlieben der Fische können sich im September stündlich ändern – trotzdem gibt es fünf Köder, die zuverlässig liefern. Unsere Auswahl basiert auf persönlichen Erfahrungen, Fangmeldungen und dem typischen Verhalten von Meerforellen im Spätsommer. Ein Muster zieht sich dabei durch alle fünf: kleiner und natürlicher als im Frühjahr.

1. Hansen Flash in Grün-Silber

Der schlanke Flash ist im September das naheliegendste Blech, weil er genau das imitiert, was die Forellen gerade fressen: Tobis. Die natürliche Grün-Silber-Kombination kommt im klaren Wasser deutlich besser an als die grellen Frühjahrsdekore, und das hohe Wurfgewicht bei kleiner Silhouette hilft an windstillen Tagen, die tieferen Kanten überhaupt zu erreichen. Gefischt wird er zügig und gleichmäßig – ein flüchtender Tobis taumelt nicht.

2. Westin Salty in Green Sardin

Der Salty ist der Köder für die größeren Fische, die im September gezielt den Sandaalschwärmen folgen. Seine schlanke Tobis-Form und das gedeckte Naturdekor funktionieren besonders bei ruhigem Wasser und wenig Wind. 12 bis 16 Gramm reichen dabei völlig aus: Im September ist die Silhouette wichtiger als die letzten zehn Meter Wurfweite.

3. Snaps in 10 bis 12 Gramm

Im Frühjahr greifen die meisten zum 20-Gramm-Blinker – im September ist das oft schlicht zu viel Köder. Satte Fische reagieren spürbar besser auf kleines, leichtes Blech, das langsam und flach geführt werden kann. Der Snaps in der kleinen Größe lässt sich über Krautfeldern fischen, ohne durchzusacken, und wirkt im sichtigen Wasser nicht wie ein Fremdkörper. Gedeckte Farben wie Silber-Blau oder Kupfer-Braun schlagen im September die klassischen Kontrastmuster in Rot-Schwarz.

4. Pattegrisen

Wenn auf Blech nichts geht, ist die Garnelenfliege oft der Retter. Garnelen und Tangläufer gehören im September zu den wichtigsten Nahrungsquellen an der Küste, und kein Blinker imitiert sie überzeugend. Die Pattegrisen lässt sich sowohl mit der Fliegenrute als auch am Sbirolino fischen und punktet genau dann, wenn die Forellen im Kraut stehen und sich nicht vom Grund lösen wollen. Viele Küstenangler fangen im Spätsommer mit der Fliege deutlich besser als mit der Spinnrute – wer beides dabei hat, ist im September klar im Vorteil.

5. Spöket Kobra in Klar oder Perlmutt

Der September ist der Monat, in dem du die meisten Fische an der Oberfläche siehst – und gleichzeitig der Monat, in dem sie am wenigsten beißen wollen. Für genau diese Situation ist der schwimmende Spöket gemacht: Er lässt sich extrem langsam über flachem Kraut führen, hängt praktisch nicht und bleibt lange im Sichtfeld des Fisches, ohne ihn zu vergrämen. Die klare oder perlmuttfarbene Variante ist im sichtigen Septemberwasser die unauffälligste Wahl.

Welcher dieser fünf Köder gerade der richtige ist, entscheidet nicht der Kalender, sondern der Mageninhalt. Jagen die Forellen sichtbar an der Oberfläche und flüchten kleine Fische in Schwärmen, imitierst du Tobis: lang, schlank, zügig geführt. Passiert nichts Sichtbares und stehen die Fische im Kraut, fressen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit Garnelen und Tangläufer – dann ist die Fliege dem Blinker klar überlegen, notfalls am Sbirolino. Wer einen Fisch entnimmt, sollte im September einmal in den Magen schauen: Diese eine Information ist mehr wert als jede Köderempfehlung.

Die zweite Septemberhälfte ist eine Abwägung

Je weiter der Monat fortschreitet, desto häufiger hängt eine laichreife Forelle am Band – und das längst nicht nur direkt vor den Mündungen. Angler berichten regelmäßig, dass sie Ende September selbst mehrere Kilometer abseits jedes Aufstiegsgewässers kaum noch blanke Fische fangen. Manche stellen das gezielte Meerforellenangeln ab Monatsmitte deshalb freiwillig ein.

Das musst du nicht genauso halten – aber du solltest die Entscheidung bewusst treffen statt sie zu übersehen. Wer in der zweiten Monatshälfte losfährt, angelt faktisch zu einem guten Teil auf Laichfische und trägt die Verantwortung dafür, dass jeder gefärbte Fisch unbeschadet zurückkommt: schonendes Gerät, kurzer Drill, Fisch im Wasser lassen. Wer das nicht will, hat zwei saubere Alternativen – die erste Septemberhälfte, oder das Frühjahr, wenn die Absteiger zurück im Salzwasser sind und wieder richtig fressen.

Fazit: Lohnt sich das Meerforellenangeln im September

Das Angeln auf Meerforellen im September ist unterschätzt: Während die einen noch das Sommerloch ausrufen und die anderen schon auf den ersten Herbststurm warten, verlagert sich die Aktivität längst zurück in den Tag und die Fische ziehen wieder ins Flachwasser. Dazu kommen angenehme Bedingungen, lange Abende und – in der ersten Monatshälfte – die letzte Gelegenheit, in Mecklenburg-Vorpommern überhaupt auf Meerforelle zu fischen. Die Herausforderungen sind glasklares Wasser, wählerische, satt gefressene Fische und ein wachsender Anteil laichreifer Forellen, der schonendes Fischen zur Pflicht macht. Wer im September Strömung und Tiefe statt reinem Flachwasser sucht, seine Köder eine Nummer kleiner und deutlich natürlicher wählt und konsequent den frühen Morgen und den späten Nachmittag nutzt, fängt in diesem Monat oft die besseren Fische des ganzen Jahres.

Häufige Fragen

Darf man im September auf Meerforelle angeln?

Das hängt vom Revier ab – im September sogar vom Datum. In Mecklenburg-Vorpommern beginnt am 15. September die SchonzeitSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen. für Meerforellen, die bis Mitte Dezember läuft; bis zum 14. September darfst du dort noch angeln und entnehmen. In Schleswig-Holstein beginnt die SchonzeitSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen. für gefärbte Fische erst am 1. Oktober, das MindestmaßSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen. liegt bei 40 Zentimetern. Wichtiger als die SchonzeitSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen. sind dort aber die Mündungsschonbezirke: An praktisch allen Fluss- und Bachmündungen gilt absolutes Angelverbot, teils ganzjährig, teils ab Anfang oder Mitte September, mit Radien von 200 bis über 500 Metern. Dasselbe gilt in Dänemark rund um die Mündungen der Auen. Prüfe vor jeder Tour nicht nur die SchonzeitSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen., sondern auch die aktuellen SchonbezirkeSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen. deines Reviers.

Soll man im September nachts oder tagsüber auf Meerforelle angeln?

Tagsüber. Der September ist genau der Monat, in dem das Nachtangeln aus dem Hochsommer wieder vom Tagesfischen abgelöst wird. Bewährt hat sich der frühe Morgen bis etwa neun Uhr und der späte Nachmittag ab etwa 16 Uhr – über Mittag steht die Sonne meist zu hoch und heizt das Flachwasser auf. Nachts geht Anfang September an warmen Küsten noch etwas, das verliert aber mit jeder Woche an Wirkung. Wer seine Sommertaktik unverändert weiterfährt, angelt im September oft schlicht zur falschen Tageszeit.

Ist der September eine gute Zeit zum Meerforellenangeln?

Ja – der September gilt zu Unrecht als schwacher Monat. Anfang September stehen noch viele Fische an der Küste und sie sind deutlich weniger wählerisch als später im Herbst. Dazu kommen angenehme Bedingungen, lange helle Tage und weniger Angeldruck als im Frühjahr. Viele Küstenangler fangen von August bis September genauso viele Meerforellen wie im gesamten Frühjahr, im Schnitt sogar die größeren Fische. Der Haken sind glasklares Wasser, satte Fische und ab Monatsmitte ein wachsender Anteil laichreifer Forellen.

Wie warm ist die Ostsee im September und ist das zu warm für Meerforellen?

Die Wassertemperatur liegt im September in der Ostsee meist zwischen 15 und 18 Grad, in flachen, windgeschützten Buchten an sonnigen Tagen auch bei 19 bis 21 Grad. Das Temperaturoptimum der Meerforelle liegt bei 6 bis 16 Grad – der September liegt also am oberen Rand, ist aber kein Ausschlusskriterium. Entscheidend ist weniger die Temperatur selbst als der Sauerstoffgehalt: Wo Strömung, Wellengang oder tiefes Wasser für Durchmischung sorgen, fressen Meerforellen auch bei 18 bis 20 Grad ganz normal weiter.

Blinker oder Fliege – was fängt im September besser?

Beides fängt, die Fliege hat im September aber häufig die Nase vorn. Das liegt an der Nahrung: Stehen Garnelen und Tangläufer auf dem Speiseplan, imitiert kein Blinker sie überzeugend – dann ist die Fliege, notfalls am Sbirolino, klar im Vorteil. Jagen die Meerforellen dagegen sichtbar Tobis, ist ein langer, schlanker Blinker unschlagbar. Als Faustregel: Passiert an der Oberfläche nichts und stehen die Fische im Kraut, greif zur Fliege. Flüchten kleine Fische in Schwärmen, ist Blech die schnellere Wahl. Und unabhängig davon gilt im klaren Septemberwasser: gedeckte Naturfarben für blanke Fische – Reizfarben wie Pink oder Fluo-Rot locken vor allem die gefärbten Aufsteiger, die du ohnehin zurücksetzen musst.

Welche Fliegenmuster und Farben fangen im September?

Im September funktionieren kleine Muster in gedeckten Farben deutlich besser als grelle Frühjahrsköder. Garnelen- und Tangläufer-Imitate in Braun, Oliv, Beige und gedämpftem Rot sind erste Wahl, dazu schlanke Tobis-Streamer in Grün-Silber. Die typischen Frühjahrsmuster in Orange, Pink oder Lachsfarben in Hakengröße 4 bis 8 sind im klaren Septemberwasser oft zu auffällig – eine Nummer kleiner und eine Stufe unauffälliger ist meist die bessere Entscheidung. Beim Blech gilt dasselbe: 10 bis 16 Gramm statt 20 Gramm, Naturdekor statt Kontrastfarben.

Warum sind die Meerforellen im September schon braun?

Weil im September die Laichwanderung beginnt. Laichreife Meerforellen verfärben sich dunkel bis rötlich-braun, legen den Laichhaken an und ziehen küstennah Richtung Flussmündungen. Je näher du an einem Aufstiegsgewässer angelst, desto höher der Anteil gefärbter Fische – ab Mitte September fangen viele Angler auch mehrere Kilometer abseits jeder Mündung kaum noch blanke Forellen. Diese Fische stellen mit der Hormonumstellung die Nahrungsaufnahme weitgehend ein – wenn sie doch beißen, ist das meist ein Aggressionsbiss und kein Fressbiss. Sie gehören unbeschadet und möglichst schnell zurück ins Wasser. Blank bleiben vor allem heranwachsende Fische und Überspringer, die in diesem Jahr nicht laichen.

Wo kann man im September am besten auf Meerforelle angeln?

Am besten dort, wo Strömung und Tiefe direkt an der Küste anliegen. In Dänemark sind das der Kleine Belt, Als, Ærø und die dänische Südsee, Fünen und Samsø; in Deutschland Reviere wie Lindhöft und Noer, Dazendorf, Fehmarn und die Hohwachter Bucht. Mecklenburg-Vorpommern, also Rügen und Darß, ist nur bis zum 14. September offen. Flache, abgeschlossene Reviere ohne Strömung laufen im September dagegen oft schlecht – sie werden erst im Spätherbst gut, wenn das Wasser insgesamt abkühlt.

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