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Wie groß wird eine Meerforelle? Durchschnitt, Gewicht, Rekorde und Mindestmaß

Wie groß Meerforellen an der Ostsee wirklich werden: Durchschnittsgröße an der Küste, Wachstum pro Meerjahr, Längen-Gewichts-Tabelle mit Konditionsfaktor, die Rekordfische aus Deutschland und Dänemark, Mindestmaße in SH, MV und Dänemark.

von Finn Marten
Wie groß wird eine Meerforelle? Durchschnitt, Gewicht, Rekorde und Mindestmaß
Blank und gut genährt: So sieht der typische bessere Küstenfisch aus – die Rute daneben gibt den Maßstab, den ein Foto sonst verschluckt.

Jeder, der eine Weile an der Ostsee fischt, kennt die Frage – vom Nachbarn am Strand, von der Familie zu Hause, aus dem eigenen Kopf, wenn ein Fisch im Kescher liegt: Ist das jetzt groß? Die Antwort hängt davon ab, was man vergleicht. Gemessen an dem, was Meerforellen biologisch erreichen können, ist fast jeder Küstenfisch klein. Gemessen an dem, was an der Küste tatsächlich gefangen wird, ist ein 60er ein sehr guter Fisch und ein 70er ein Ereignis. Dieser Artikel sortiert die Zahlen: Wie groß Meerforellen werden, wie schnell sie wachsen, was eine Forelle bei welcher Länge wiegt, welche Rekorde es gibt, welche MindestmaßeSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen. gelten – und warum die ganz großen Fische nur selten in Wurfweite kommen.

Wie groß wird eine Meerforelle? Die kurze Antwort

Die Meerforelle ist die ins Meer wandernde Form der Forelle (Salmo trutta), und sie nutzt das Nahrungsangebot des Meeres, um Größen zu erreichen, von denen eine Bachforelle nur träumen kann. In der Literatur werden Längen bis 130 Zentimeter und Gewichte bis 20 Kilo als Obergrenze genannt. Die größten tatsächlich belegten Fische aus unseren Nachbargewässern liegen etwas darunter, aber immer noch in einer Liga, die man sich am Strand kaum vorstellen kann: 15 bis 16 Kilo bei 95 bis 108 Zentimetern Länge.

Für den Angler an der Küste ist eine andere Zahl wichtiger. Das dänische Fangtagebuch Fangstjournalen (öffnet in neuem Tab) der DTU Aqua, in dem tausende Angler ihre Küstentouren protokollieren, hat die Durchschnittsgröße ausgewertet: 41,7 Zentimeter über alle gemeldeten Fänge, rund 50 Zentimeter für die maßigen Fische. Die durchschnittliche Küstenmeerforelle ist also ein Fisch knapp über dem MindestmaßSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen.. Und auf einen Fisch über 50 Zentimeter kommen laut derselben Datenbank im Schnitt etwa 40 Angelstunden – mit großen regionalen Unterschieden, an den jütländischen Küsten teils doppelt so viele wie auf Seeland.

Daraus ergibt sich die Skala, mit der Küstenangler rechnen:

LängeGewicht (normale Kondition)Einordnung an der Küste
unter 40 cmunter 0,7 kguntermaßig, Grönländer im ersten Meerjahr
40 – 50 cm0,7 – 1,3 kgder Normalfall, der Großteil aller maßigen Fänge
50 – 60 cm1,3 – 2,2 kgein guter Fisch, an vielen Tagen der beste
60 – 70 cm2,2 – 3,5 kgein großer Fisch, wenige pro Saison
70 – 80 cm3,5 – 5,5 kgkapital, für viele der Fisch des Jahres oder des Lebens
über 80 cmüber 5,5 kgAusnahme; vom Ufer nur an wenigen Revieren realistisch
über 90 cmüber 8 kgfast ausschließlich aus Flüssen oder vom Schleppboot

Wo für den Einzelnen der große Fisch beginnt, ist Geschmackssache. Erfahrene Küstenangler, die seit Jahrzehnten dabei sind, setzen die Grenze für eine echte Großforelle meist bei etwa 4 Kilo – und berichten, dass sie in einer ganzen Saison an der Küste vielleicht ein halbes Dutzend Fische zwischen 4 und 5 Kilo zu Gesicht bekommen und darüber gar keinen.

Warum die Küste vor allem mittlere Fische liefert

Um zu verstehen, warum ein 60er an der Küste schon ein Ereignis ist, obwohl die Art 15 Kilo erreichen kann, muss man das Wachstum der Meerforelle kennen. Es verläuft in zwei völlig verschiedenen Tempi.

Die Bachjahre sind langsam. Eine Meerforelle schlüpft im Frühjahr im Kies eines Baches und lebt dort ein bis fünf Jahre, meist zwei bis drei. In dieser Zeit wächst sie auf 15 bis 25 Zentimeter – ein kleiner, gepunkteter Fisch, der von einer Bachforelle kaum zu unterscheiden ist. Dann silbert sie aus, wird zum Smolt und wandert im Frühjahr ins Meer.

Die Meerjahre sind schnell. Im Meer ändert sich alles. Eine Markierungsstudie an rund 20.000 wiedergefangenen Meerforellen aus finnischen Ostseeflüssen (ICES Journal of Marine Science (öffnet in neuem Tab)) hat das Wachstum genau vermessen: Smolts von 21 bis 24 Zentimetern wuchsen im ersten Meerjahr um durchschnittlich 24 Zentimeter, in der südlichen Ostsee noch etwas mehr. In den Jahren zwei bis vier lag der Zuwachs bei rund 0,55 Millimetern pro Tag, also um die 20 Zentimeter pro Jahr. Der durchschnittliche Wiederfang nach einem Jahr im Meer maß 46,5 Zentimeter und wog 1,4 Kilo. Für die Ostsee gilt dabei: Je weiter südlich, desto schneller das Wachstum – die Fische der westlichen Ostsee und Dänemarks liegen eher am oberen Rand dieser Werte.

Daraus lässt sich eine grobe Altersskala ableiten, die Küstenangler im Kopf haben sollten:

MeerjahreTypische LängeTypisches GewichtSo nennt sie der Angler
Smolt (0)15 – 25 cm50 – 150 gSmolt, ab April in Schwärmen unter Land
140 – 50 cm0,7 – 1,3 kgGrönländer, der Standardfisch der Küste
255 – 65 cm1,7 – 2,8 kgder gute Fisch; erste Laichreife
365 – 78 cm2,8 – 5 kgGroßfisch, meist bereits Mehrfachlaicher
4 – 578 – 90 cm5 – 8 kgkapital, Freiwasser- und Flussfische
6 – 890 – 108 cm8 – 16 kgRekordklasse

Die Zahlen streuen erheblich – Fluss, Nahrung, Salzgehalt und die Zahl der Laichgänge entscheiden mit –, aber die Richtung stimmt. Und sie erklärt zwei Dinge. Erstens: Ein 40er hat noch nie gelaicht. Er ist ein Jugendlicher nach seinem ersten Meerjahr, der frühestens im kommenden Herbst zum ersten Mal aufsteigt. Zweitens: Jeder Laichgang kostet. Ein Fisch, der im Herbst in den Bach zieht, frisst monatelang nicht, verliert ein Viertel bis ein Drittel seines Gewichts und kehrt im Frühjahr als abgemagerter Absteiger zurück. Fische, die ein Jahr aussetzen – die Überspringer –, wachsen in dieser Zeit ungestört weiter, und genau deshalb sind die dicksten Küstenfische im Winter und Frühjahr so oft Überspringer.

Der dritte Grund, warum die Küste ein Revier der mittleren Fische bleibt, ist die Nahrung. Grönländer und Fische bis etwa 60 Zentimeter fressen, was das Flachwasser bietet: Garnelen, Tangläufer, Ringelwürmer, Stichlinge, kleine Tobis. Ab einer gewissen Größe rechnet sich das nicht mehr. Wer die Mägen großer Meerforellen untersucht, findet dort Heringe, große Tobis, Stockmakrelen, gelegentlich Hornhechte von 25 Zentimetern – und kaum noch Garnelen. Diese Fische stellen ihre Ernährung auf Schwarmfische um und folgen den Schwärmen ins tiefere Wasser. Die Küste ist die Kinderstube und das Jagdrevier der Jugendklasse; die Erwachsenen kommen nur zu Besuch, wenn die Heringe unter Land ziehen oder wenn der Laichzug sie an der Küste entlangführt.

Länge, Gewicht und Kondition: die Tabelle

Wer einen Fisch misst, will meist auch wissen, was er wiegt – und oft steht keine Waage bereit. Die Beziehung zwischen Länge und Gewicht beschreibt die Fulton-Formel:

Gewicht (g) = K × Länge (cm)³ ÷ 100

K ist der Konditionsfaktor, und er ist bei Meerforellen die eigentlich spannende Zahl. Nach den gängigen Skalen, die dänische Küstenangler seit Jahrzehnten verwenden, gilt: K unter 0,8 ist kritisch mager (frisch abgelaicht, ausgezehrt), 0,8 bis 0,95 schlank, 0,95 bis 1,05 normal, 1,05 bis 1,2 gut genährt, über 1,2 Topkondition. Fette Heringsfresser im Frühjahr erreichen Werte um 1,4 und darüber – dieselbe Länge, ein Drittel mehr Gewicht.

LängeK 0,9 (schlank, Absteiger)K 1,0 (normal)K 1,2 (gut genährt)K 1,4 (fetter Heringsfresser)
40 cm0,58 kg0,64 kg0,77 kg0,90 kg
45 cm0,82 kg0,91 kg1,09 kg1,28 kg
50 cm1,13 kg1,25 kg1,50 kg1,75 kg
55 cm1,50 kg1,66 kg2,00 kg2,33 kg
60 cm1,94 kg2,16 kg2,59 kg3,02 kg
65 cm2,47 kg2,75 kg3,30 kg3,84 kg
70 cm3,09 kg3,43 kg4,12 kg4,80 kg
75 cm3,80 kg4,22 kg5,06 kg5,91 kg
80 cm4,61 kg5,12 kg6,14 kg7,17 kg
90 cm6,56 kg7,29 kg8,75 kg10,2 kg
100 cm9,00 kg10,0 kg12,0 kg14,0 kg

Ein Blick auf reale Fänge zeigt, wie weit die Kondition auseinanderliegt. Eine 55er mit 1,5 Kilo (K 0,9) ist ein schlanker Fisch, wie er im Februar nach dem Laichen typisch ist. Eine 73er mit 5,75 Kilo, vier ausgewachsene Heringe im Magen, im April an der Küste Schwansens gefangen, kommt auf K 1,48. Eine 76er von über 7 Kilo aus demselben Revier im März liegt bei 1,6 – ein Fisch, der doppelt so schwer ist wie eine normale 65er. Und der 86 Zentimeter lange Ostseefisch, der 2005 vor Fehmarn 11,5 Kilo auf die Waage brachte, hatte einen Konditionsfaktor von 1,8 bei 64 Zentimetern Bauchumfang – so dick, wie eine Meerforelle überhaupt werden kann. Die Lehre für die Praxis: Wer einen Fisch nach dem Foto schätzt, sollte auf die Rückenhöhe schauen, nicht nur auf die Länge. Zwischen einem März-Heringsfresser und einem Absteiger gleicher Länge liegen bei 70 Zentimetern zwei Kilo.

Grönländer, Überspringer, Absteiger: Größe nach Fischtyp

An der Küste laufen sich im Jahresverlauf sehr verschiedene Meerforellen über den Weg, und ihre Größe verrät meist, wen man vor sich hat.

  • Smolts (15 bis 30 cm): frisch aus dem Bach, ab April in Schwärmen im Flachwasser. Untermaßig, oft lästig, immer vorsichtig zu behandeln – das ist der Jahrgang, der in drei Jahren die Sechziger stellt.
  • Grönländer (30 bis 50 cm): blanke Fische im ersten oder zweiten Meerjahr, die noch nicht laichen und im Winter in Trupps von zehn bis zwanzig, manchmal hundert Fischen die Förden und geschützten Buchten besetzen. Sie machen den Großteil aller Küstenfänge aus.
  • Überspringer (meist 50 bis 75 cm): blanke, gut genährte Fische, die in diesem Jahr nicht laichen. Sie fressen den Herbst und Winter über weiter, sind im Frühjahr die dicksten Fische der Küste und stellen die meisten großen Küstenfänge zwischen Februar und Mai. Ein blanker Fisch über 60 Zentimeter mit hohem Rücken im Dezember ist fast immer ein Überspringer.
  • Absteiger (alle Größen, aber schlank): abgelaichte Fische, die von Januar bis Mai aus den Bächen zurückkehren – grau, oft mit Schrammen, großem Kopf und schmalem Körper, K-Faktor unter 0,9. Ein 70er Absteiger kann weniger wiegen als eine gut genährte 60er. Sie sind zu schonen und schmecken ohnehin nicht.
  • Aufsteiger (alle Größen, gefärbt): laichreife Fische ab September, die sich braun bis kupferfarben färben und Richtung Heimatbach ziehen. Unter ihnen sind die größten Fische des Jahres, weil auch die alten Mehrfachlaicher dazugehören – und genau deshalb greifen in dieser Zeit SchonzeitenSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen. und Schutzgebiete.

Rekorde: die größten Meerforellen

Rekordlisten für Meerforellen sind mit Vorsicht zu lesen, weil die Art nicht sauber von Bach- und Seeforellen getrennt wird und weil Netzfänge, Flussfänge und Küstenfänge oft in einem Topf landen. Mit dieser Einschränkung sieht die Spitze so aus:

LandGewichtLängeWann, woBemerkung
Deutschland15,2 kg–9. April 2011, Ostseeoffizieller deutscher Rekord (Peter Strüber); Details nur in der damaligen Fachpresse
Deutschland12,2 kg–Mai 1997, Flensburger Fördelange Nummer zwei der deutschen Liste
Deutschland11,5 kg86 cm25. Mai 2005, vor Fehmarnmit 22-g-Blinker, K 1,8 – einer der schwersten Ostseefische an der Angel
Dänemark (Küste)15,155 kg–13. Juni 1992, ÖresundKüstenrekord; Schuppenanalyse: 10 Jahre alt, 2 im Bach, 8 im Meer, fünf Laichgänge
Dänemark (Fluss)16,3 kg108 cmOktober 1991, Karup ÅMilchner, 9 Jahre alt, 6–7 Meerjahre im Limfjord
Dänemark (Netz)15,4 kg95 cm1991, Ribe VesteråBerufsfischer; K 1,80
Dänemark (Angel, historisch)14,4 kg–1939, Karup Å53 Jahre lang Landesrekord
Schweden14,7 kg–MörrumFluss
Finnland15,3 kg–SchärengartenKüste

Zwei Muster fallen auf. Erstens sind fast alle Fische über 14 Kilo acht bis zehn Jahre alt und haben mehrere Laichgänge hinter sich – Rekordfische sind alte Fische, die viele Winter überlebt haben, nicht besonders schnell gewachsene. Zweitens stammen die schwersten Fische aus Flüssen oder aus dem Freiwasser der Förden und des Öresunds, wo sie an den Heringsschwärmen fressen. Der deutsche Rekord von 15,2 Kilo wurde ebenfalls in der Ostsee gefangen; wo genau und wie lang der Fisch war, ist öffentlich nicht dokumentiert. Zum Vergleich: Der Weltrekord für die Art Salmo trutta insgesamt liegt bei rund 20 Kilo, gefangen 2020 in einem neuseeländischen Wasserkraftkanal – ein Standfisch, der sich an Futterresten aus Lachsfarmen mästete, keine Meerforelle.

Dass die dänischen Rekorde fast alle aus den frühen 1990ern stammen, ist kein Zufall: Milde Winter, mehr Heringe bei gleichzeitig weniger Dorschen und die damals neu eingerichteten Schutzzonen ließen einen Jahrgang außergewöhnlich alt werden. Ob die heutige Generation diese Marken erreicht, ist offen – die Rahmenbedingungen an der Küste haben sich seither in vielem verbessert, in manchem verschlechtert.

Wann und wo die Großen beißen

Wer gezielt auf große Meerforellen fischen will, hat vom Ufer aus schlechtere Karten als vom Boot – aber keine schlechten. Aus den Fangdaten, aus den Mageninhalten und aus der Erfahrung von Anglern, die seit Jahrzehnten die Küste befischen, lassen sich vier Regeln ableiten.

Die Zeit: Februar bis April. Die dänischen Fangdaten zeigen, dass die im Februar gemeldeten Küstenfische im Schnitt etwa anderthalb Zentimeter größer sind als die im November – im Spätwinter und Frühjahr stehen die Überspringer und die frühen Heringsfresser unter Land, und ihre Kondition ist dann am besten. Wer im März am Strand eine Schwansener 76er mit sieben Kilo sieht, sieht das Ergebnis dieser Phase. Auf Bornholm und an der Nordküste Møns werden im März regelmäßig Fische zwischen 60 und 80 Zentimetern gefangen, auch mit kleinen Fliegen am Sbirolino.

Der Ort: tiefes Wasser vor den Füßen. Große Fische kommen dorthin, wo sie nicht weit vom Freiwasser sind. Die felsige Nordküste Bornholms, die Kreidesteilküsten Møns, die Außenseiten der Förden und Riffkanten, an denen es wenige Meter vom Ufer auf fünf, sechs Meter Tiefe geht, liefern die meisten großen Küstenfische. Die berühmten Sandstrände mit ihren Grönländer-Trupps liefern Zahl, nicht Größe.

Die Nahrung: Hering und Tobis. Große Meerforellen sind selektiv. Wo Heringe in die Förde ziehen – Februar bis April –, folgen ihnen die größten Fische des Jahres bis in Wurfweite. Wer dann mit einem 6-Zentimeter-Garnelenmuster fischt, fischt an ihnen vorbei; ein 20-Gramm-Blinker in Heringsfarben oder ein großer Streamer trifft das Beuteschema. Umgekehrt gilt: Steht ein großer Fisch wirklich dicht unter Land, nimmt er auch eine kleine Fliege – die Überlegenheit des Blechs liegt in der Reichweite, nicht im Köder.

Die Alternative: Freiwasser und Fluss. Die höchste Wahrscheinlichkeit auf einen Fisch über 5 Kilo bietet das Schleppfischen im Freiwasser um die Heringsschwärme, etwa vor Rügen, in der Flensburger Förde oder im Öresund. Und die Fische über 10 Kilo stammen fast ausnahmslos aus Flüssen – dänischen Auen wie Karup, Skjern oder Ribe Å, wo Aufsteiger bei hohem Wasserstand von September bis November befischt werden und wer die Strecke kennt, für einen Fisch dieser Klasse viele Nulltage in Kauf nimmt.

Mindestmaß und Regeln: Was gefangen werden darf

Die Größe entscheidet nicht nur über das Foto, sondern über die Frage, ob der Fisch überhaupt mit darf. Die Regeln unterscheiden sich zwischen den Ländern deutlich:

GebietMindestmaßSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen.SchonzeitSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen.Besonderheiten
Schleswig-Holstein40 cm1.10. – 31.12. nur für gefärbte Fischeblanke Fische ganzjährig entnehmbar; saisonale SchonbezirkeSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen. an Mündungen, ganzjährig an Krusau und Schleimündung
Mecklenburg-Vorpommern45 cm15.9. – 14.12. für alle MeerforellenFangbegrenzung 3 maßige Fische pro Tag
Dänemark40 cm16.11. – 15.1. für gefärbte Fische500-m-Schutzzonen um Einläufe über 2 m Breite, kleinere saisonal; Verkaufsverbot
Schweden (Küste)50 cm (regional abweichend)regional unterschiedlichteils Fangbegrenzungen

Gemessen wird die Totallänge: von der Schnauzenspitze bis zum Ende der zusammengedrückten Schwanzflosse, den Fisch flach auf dem Maßband, nicht gebogen. Bei einem Fisch knapp am Maß entscheiden Zentimeter – im Zweifel zurück.

MindestmaßSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen. und Vernunft sind allerdings zwei verschiedene Dinge. Ein 40er ist, wie oben beschrieben, ein Fisch nach seinem ersten Meerjahr, der noch nie gelaicht hat und in zwei Jahren ein Sechziger wäre. Viele Küstenangler setzen sich deshalb ein eigenes Maß von 45 oder 50 Zentimetern und nehmen von den Fischen dazwischen keinen mit; in Dänemark gibt es einzelne Gewässer wie den Odense Fjord, in denen 45 Zentimeter ohnehin vorgeschrieben sind. Und unabhängig von der Länge gilt: Gefärbte Aufsteiger und ausgezehrte Absteiger gehören zurück, auch dort, wo das Gesetz es nicht verlangt.

Messen, wiegen, schätzen: die Praxis am Wasser

Ein paar Handgriffe machen aus einer Schätzung eine belastbare Zahl – und aus einem Fang eine Zahl, die man in zehn Jahren noch nennen kann.

  • Maßband statt Rutenmarkierung. Ein flexibles Maßband im Watgürtel wiegt nichts. Wer keins hat, markiert sich die 40-, 50- und 60-Zentimeter-Marke mit Tape auf dem Rutenblank – ungenauer, aber besser als das Gefühl. Fische wachsen im Nachhinein: Die dänischen Fangdaten zeigen, dass live am Wasser gemeldete Längen konsequent etwas kleiner ausfallen als die später zu Hause eingetragenen.
  • Gewicht aus der Länge. Mit der Tabelle oben und einem Blick auf die Rückenhöhe liegt man meist auf 200 Gramm genau. Wer es genauer will: Bauchumfang messen – ein 70er mit 40 Zentimetern Umfang ist ein anderer Fisch als einer mit 34.
  • Foto mit Maßstab. Die Rute, der Kescher, die Hand – irgendetwas Bekanntes muss neben dem Fisch liegen, sonst ist jede 55er auf dem Foto eine 65er. Fisch nass halten, nicht auf Sand oder Steine legen, wenn er zurück soll.
  • Alter über die Schuppen. Wer wissen will, wie alt ein entnommener Fisch war, kann ein paar Schuppen aus der Flanke oberhalb der Seitenlinie unter der Lupe betrachten: Enge Ringgruppen zeigen die langsamen Bachjahre und Winter, weite Ringe die schnellen Meersommer, Laichgänge hinterlassen erodierte Ränder. So haben die Biologen dem dänischen Küstenrekord seine zehn Jahre und fünf Laichgänge angesehen.

Fazit: Groß ist relativ – und die Küste ist die Kinderstube

Die Meerforelle kann anderthalb Meter lang und 20 Kilo schwer werden, und die belegten Rekorde aus Deutschland und Dänemark liegen bei 15 bis 16 Kilo. Der Fisch, der einem an der Ostseeküste an den Haken geht, ist im Schnitt 42 Zentimeter lang und wiegt ein Dreiviertelkilo – ein Jugendlicher nach seinem ersten Meerjahr. Dazwischen liegt kein Widerspruch, sondern die Biologie der Art: Die Küste ist das Revier der Jahrgänge eins und zwei, die Großen fressen an den Heringsschwärmen im tiefen Wasser und kommen nur zu bestimmten Zeiten in Wurfweite. Wer das weiß, freut sich über jeden 60er als das, was er ist – ein Fisch, für den man statistisch 40 Stunden am Wasser gestanden hat –, fischt im Frühjahr an den tiefen Kanten gezielt auf die Heringsfresser und setzt die Vierziger zurück, damit aus ihnen die Siebziger von übermorgen werden.

Häufige Fragen

Wie groß wird eine Meerforelle?

Die meisten Meerforellen, die an der Ostseeküste gefangen werden, sind 40 bis 55 Zentimeter lang und wiegen ein halbes bis anderthalb Kilo. Fische über 60 Zentimeter sind gute Fänge, über 70 Zentimeter Traumfische, über 80 Zentimeter seltene Ausnahmen. Biologisch möglich sind deutlich mehr: Die größten belegten Meerforellen aus Dänemark und Deutschland wogen 15 bis 16 Kilo bei rund einem Meter Länge; in der Literatur werden bis zu 130 Zentimeter und 20 Kilo als Obergrenze genannt.

Wie groß ist die durchschnittliche Meerforelle an der Küste?

Nach den Daten des dänischen Fangtagebuchs Fangstjournalen (DTU Aqua) liegt der Durchschnitt aller gemeldeten Küstenfänge bei knapp 42 Zentimetern, also nur wenig über dem dänischen MindestmaßSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen. von 40 Zentimetern. Betrachtet man nur die maßigen Fische, sind es rund 50 Zentimeter. Auf einen Fisch über 50 Zentimeter kommen im Schnitt etwa 40 Angelstunden. Die Küste ist der Lebensraum der jungen Jahrgänge; die wirklich großen Fische stehen meist im Freiwasser bei den Heringen.

Wie schwer ist eine Meerforelle von 60 oder 70 Zentimetern?

Das hängt von der Kondition ab. Eine normal genährte 60er wiegt etwa 2,2 Kilo, eine gut genährte 2,6 Kilo, ein fetter Heringsfresser im Frühjahr bis 3 Kilo. Bei 70 Zentimetern sind es 3,4 bis 4,8 Kilo. Rechnen lässt sich das mit der Fulton-Formel: Gewicht in Gramm = K × Länge³ ÷ 100, wobei K bei einer normalen Meerforelle 1,0, bei einer gut genährten 1,2 und bei einem abgelaichten Fisch nur 0,8 bis 0,9 beträgt.

Was ist die größte Meerforelle, die je gefangen wurde?

Der deutsche Rekord liegt bei 15,2 Kilo, gefangen am 9. April 2011 in der Ostsee. In Dänemark wiegt der Küstenrekord 15,155 Kilo (Öresund, Juni 1992, ein zehn Jahre alter Fisch mit fünf Laichgängen), und aus der Karup Å stammt ein 108 Zentimeter langer Milchner von 16,3 Kilo. Schweden meldet 14,7 Kilo aus der Mörrum, Finnland 15,3 Kilo. Alle diese Fische sind Ausnahmen mit acht bis zehn Lebensjahren – an der Ostseeküste ist bereits ein Fisch über 5 Kilo eine Meldung wert.

Wie alt ist eine Meerforelle von 60 Zentimetern?

Meist fünf bis sechs Jahre. Eine Meerforelle verbringt ein bis fünf Jahre als Jungfisch im Bach, bevor sie mit 15 bis 25 Zentimetern als Smolt ins Meer wandert. Im ersten Meerjahr wächst sie rund 20 bis 25 Zentimeter, danach etwa 15 bis 20 Zentimeter pro Jahr. Ein 45er ist also typischerweise nach einem Jahr im Meer so groß, ein 60er nach zwei, ein 75er nach drei. Genau ablesen lässt sich das an den Schuppen, deren Ringe wie Jahresringe Süßwasser- und Meerjahre zeigen.

Ab wann gilt eine Meerforelle als groß?

An der Küste beginnt für die meisten Angler die Kategorie großer Fisch bei 60 Zentimetern und etwa 2,5 Kilo; ab 70 Zentimetern und 4 Kilo spricht man von kapitalen Fischen, für viele der Traum eines Anglerlebens. Erfahrene Küstenangler setzen die Grenze für eine echte Großforelle bei etwa 4 Kilo. Im Fluss verschiebt sich der Maßstab: Dort sind Fische unter 60 Zentimetern die Ausnahme, und in dänischen Auen werden regelmäßig Meerforellen bis 10 Kilo und mehr gefangen.

Welches Mindestmaß gilt für Meerforellen?

In Schleswig-Holstein 40 Zentimeter, in Mecklenburg-Vorpommern 45 Zentimeter mit einer Fangbegrenzung von drei maßigen Fischen pro Tag, in Dänemark 40 Zentimeter, an der schwedischen Küste 50 Zentimeter. Dazu kommen die SchonzeitenSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen.: In SH sind gefärbte Fische vom 1. Oktober bis 31. Dezember geschützt, in MV gilt vom 15. September bis 14. Dezember eine vollständige SchonzeitSchonzeiten, Mindestmaße und Schongebiete ändern sich häufig und unterscheiden sich je nach Bundesland, Land und Gewässer. Alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr – vor dem Angeltag, besonders an einem neuen Gewässer, immer die aktuellen Regularien auf den offiziellen Seiten prüfen., in Dänemark sind gefärbte Fische vom 16. November bis 15. Januar geschont. Viele Küstenangler setzen sich freiwillig ein höheres Maß von 45 bis 50 Zentimetern, weil ein 40er noch nie gelaicht hat.

Wo fängt man die größten Meerforellen?

Vom Ufer aus am ehesten dort, wo tiefes Wasser bis an den Strand reicht – die Nordküste Bornholms, die Steilküsten von Møn, die Förden im Frühjahr, wenn die Heringe einziehen. Zeitlich liegt die beste Phase für große Fische zwischen Februar und April, wenn die Heringsfresser dick und blank in Ufernähe kommen; die dänischen Fangdaten zeigen die größten Durchschnittslängen im Februar. Die höchste Wahrscheinlichkeit auf einen Fisch über 5 Kilo bietet allerdings das Schleppfischen im Freiwasser um die Heringsschwärme, und die Fische über 10 Kilo stammen fast alle aus Flüssen.

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